Studie: Das Glück der Anderen macht unglücklich

Studie: Das Glück der Anderen macht unglücklich

“Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.” Diese Erkenntnis des dänischen Philosophen Søren Kierkegaard bestätigen aktuelle empirische Studien verschiedener Forscherteams von denen aktuell das “Handelsblatt” berichtet.

Auf Deutschland angewendet bedeutet das: Wir Deutschen neigen stark dazu, uns mit unseren Mitmenschen zu vergleichen. Je mehr wir aber Nachbarn, Verwandte und Freunde zum Maßstab nehmen, desto unglücklicher machen wir uns selbst damit. Ein Geldgewinn zum Beispiel, ist für die unmittelbare Umgebung des Gewinners genauso wichtig, wie für ihn selbst.

Die eine amerikanisch-niederländische Forschungsgruppe um Peter Kuhn von der Universität Kalifornien in Santa Barbara legte jetzt eine empirische Studie mit dem Titel “The effects of lottery Winners an their Neighbours” vor. Die Wissenschaftler beobachteten Teilnehmer, Gewinner und Verlierer, der niederländischen “Postleitzahlen-Lotterie”. Jede Woche wird hierbei ein PLZ-Bezirk zufällig ausgewählt. Jeder Bewohner, der zuvor ein Los gekauft hat, gewinnt im Durchschnitt rund 16.000 Euro. Im Schnitt liegen 19 Haushalte in einem Bezirk. Drei Jahre lang befragten die Wissenschaftler die Einwohner der siegreichen PLZ-Bezirke.

Die Ergebnisse der Studie unterstützen die Thesen von verhaltensorientierten Ökonomen, welche besagen, dass für uns vor allem der soziale Status zählt. Die Forscher beobachteten: Auch die Haushalte, die kein Los gekauft und deshalb nichts gewonnen hatten, kauften in den sechs Monaten nach dem Gewinn ihrer Nachbarn mit höherer Wahrscheinlichkeit ein neues Auto. In Zahlen ausgedrückt kauften 24 Prozent der Familien, die Tür an Tür mit einem Lotterie-Gewinner wohnen, einen neuen Wagen. In der Kontrollgruppe, aus einer Region in der nicht gewonnen wurde, waren es dagegen nur 17 Prozent.

Die Wissenschaftler Andrew Clark und Claudia Senik führten in 18 europäischen Staaten eine repräsentative Umfrage durch, welche vor kurzem im “Economic Journal” erschien. Das Ergebnis: Die Deutschen neigen stark dazu, sich mit anderen zu vergleichen. Und der Vergleich macht unglücklich. Je intensiver jemand auf das Einkommen seiner Mitmenschen schielt, desto unzufriedener ist er mit seinem eigenen Leben. Je niedriger das eigene Einkommen ist, desto größer ist der Zusammenhang.

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Kategorie: Allgemein von Katrin

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