Tschechische Lotterie hat Insolvenz angemeldet
Über die größte tschechische Lotterie-Gesellschaft Sazka wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Die Gesellschaft hatte seit längerem finanzielle Probleme.
Der größte Gläubiger der Lottogesellschaft Radovan Vitek hat beim Prager Stadtgericht bereits den Insolvenzantrag eingereicht. Das berichtet das österreichische Wirtschaftsblatt. Vitek hat gegenüber Sazka Forderungen von über 1,5 Milliarden Kronen (umgerechnet 61,6 Mio. Euro). Bereits Ende Dezember hatten tschechische Medien berichtet, dass die Lotterie nur einen Teil ihres am 12. Januar 2011 fälligen Anleihebetrages bedienen könnten. Nicht aber die fälligen Zinsen. Zum Beginn des Jahres hätte Sazak vier Millionen Anleiheschulden zurückzahlen und neun Mio. Euro an Zinsen begleichen müssen.
Sazak Vorstandschef Ales Husak protestiert gegen die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Er spricht von “Schikane” und davon, dass das Verfahren, “weder juristisch noch ökonomisch” gerechtfertigt sei. Er vermutet laut Wirtschaftsblatt, dass das Unternehmen schlechter bewertet werden soll, um dann günstig aufgekauft werden zu können.
Den größten Teil der Schulden der Lotterie macht eine 215-Mio.-Euro-Anleihe aus, die zur Finanzierung des Baus einer neuen Sporthalle in Prag ausgegeben wurde. Die Anleihe ist 2021 fällig und kostet jährlich neun Prozent Zinsen.
Die 1956 gegründete Lotterie-Gesellschaft Sazka ist die älteste und bedeutendste Lotteriegesellschaft Tschechien. Sie gehört heute mehreren tschechischen Sportverbänden. Ihre Hauptaufgabe ist es, den tschechischen Sport zu finanzieren.
Kategorie: Allgemein von Katrin

















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