Bwin-Vorstand zum Lotto-Internet-Verbot: „Manche europäische Länder stecken sinnlos den Kopf in den Sand“

Bwin-Vorstand zum Lotto-Internet-Verbot: „Manche europäische Länder stecken sinnlos den Kopf in den Sand“

Die österreichische bwin Interactive Entertainment AG ist Anbieter von Sportwetten, Poker, Casinospielen und Softgames in mehr als 20 Ländern. Jetzt strebt die Gesellschaft eine österreichische Lotterie-Lizenz für das Internet an und will 2011 wieder in den USA präsent sein. In Europa wartet bwin-Vorstand Norbert Teufelberger auf die Öffnung einiger Märkte. Die österreichische Tageszeitung „Kurier“ führte ein Interview mit Teufelberger, das wir hier in Auszügen veröffentlichen:

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KURIER: Wie sehr wirkt sich die Wirtschaftskrise auf bwin aus?

Norbert Teufelberger: Natürlich spüren wir sie wie jedes Unternehmen. Wir machen aber 96 Prozent des Geschäfts in ganz Europa, dadurch werden Rückgänge in einzelnen Märkten wie Spanien, Griechenland oder Polen geglättet. Die Einsätze sind je Kunde um zehn Prozent zurückgegangen, es wird aber nicht weniger gespielt. 

Ist bwin beim organischen Wachstum nicht ohnehin an die Grenzen gestoßen? 
Dramatische Zuwächse sind nicht mehr drin. Weiteres Wachstum ist von der Öffnung der Märkte abhängig und inwieweit wir es schaffen, uns außerhalb von Europa zu etablieren. So wollen wir in den nächsten ein bis zwei Jahren in zwei bis vier Ländern Südamerikas sein. Für heuer rechne ich mit einem stärkeren Wachstum als 2009. Mit den ersten Monaten bin ich zufrieden. 

Die Novelle des heimischen Glücksspielgesetzes soll mehr Lizenzen bringen.

Will sich bwin auch um eine bewerben?

Nein, offline ist das für uns absolut nicht von Interesse; nur möglicherweise eine elektronische Lotterielizenz, sollte es diese geben. Aber nicht alleine, sondern in Zusammenarbeit mit den Lotterien, wobei wir den Vertrieb übernehmen könnten. Jetzt will man zuerst das Automatenspiel unter Dach und Fach bringen und dabei sind wir nur Zaungäste. Wir hoffen aber auf ein Gesetz für Online-Glücksspiele. Der Druck dazu aus dem Ausland steigt. Spätestens in ein bis drei Jahren gibt es dazu eine klare Regulierung.

Im Vorjahr hat der Europäische Gerichtshof in einem Voraburteil aber entschieden, dass ein Verbot privater Glücksspielanbieter im Internet möglich ist. Werden Sie jemals wieder in Ländern wie Portugal oder Deutschland tätig sein können?

Der EuGH gibt nur eine Richtung vor, es ist kein Endurteil. Manche Länder stecken sinnlos den Kopf in den Sand, andere wie Italien, Frankreich, Dänemark oder Spanien haben ihre Märkte schon geöffnet oder stehen kurz davor. In Deutschland wollen auch einige Bundesländer den Glücksspielstaatsvertrag nicht mehr. Ich glaube, in sechs bis zwölf Monaten wird zumindest der Sportwetten- und Pokerbereich dort wieder geöffnet.

Der US-Markt wird wieder liberalisiert.Wollen Sie dort nach dem zwangsweisen Rückzug wieder mitmischen?

Sicherlich, aber wir werden es nicht alleine tun. Wir sind in Verhandlungen mit möglichen Partnern aus dem Casino- und Medienbereich. Spätestens 2011 wollen wir loslegen. Es wird einen Run auf den Markt geben. Ob mit der Marke bwin, die in den USA nicht bekannt ist, hängt vom Partner und den Produkten ab. Für die in den USA sehr stark vertretene Marke Ongame, die eine durchaus sehr teure Akquisition war, haben wir Angebote in der Größenordnung des Kaufpreises (rund 500 Millionen Euro, Anm.) erhalten. Aber wir haben kein Interesse; Ongame ist im Business to Business-Markt gut positioniert.
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Quelle: http://kurier.at/wirtschaft/w_unternehmen/1993632.php

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Kategorie: Gewinn-Business von Katrin

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