Zurückgeblickt: Lottogewinner verjubelte alles

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Der erste deutsche Großgewinner im “6 aus 49″ wäre in dieser Woche genau 100 Jahre alt geworden. 1956 gewann Walter Knoblauch 500.000 Mark im Lotto. Von dem Geld war nur wenige Jahre nach dem Gewinn nichts mehr übrig. Über die traurige Geschichte des Lottogewinners berichtet aktuell die Nordwest Zeitung.

In Wittmund stand die Welt einige Wochen Kopf. Am 16. Dezember 1956 gewann der Wittmunder Bürger Walter Knoblauch im gerade eingeführten “6 aus 49″ den Hauptgewinn. 500.000 Mark, das war eine Summe mit der man zur damaligen Zeit noch zehn Baugrundstücke und zehn 100 quadratmetergroße Häuser hätte kaufen können. Der Lottogewinner, der sein Geld auch schon als Feuerschlucker und Schlangenmensch in Berlin verdient hatte, feierte sein Glück ausgiebig. Noch bevor der Gewinn ausgezahlt wurde, liess er die Sektkorken knalle. Er machte seine Verlobte zu seiner Ehefrau und war ganz erstaunt, dass die Hochzeitsfeier nur 15.000 Mark kostete. In kurzer Zeit gab er weiter Unsummen aus: 50.000 Mark für einen Bungalow, 10.000 Mark für Möbel, zwei Autos  für 12.000 Mark, dann noch einen Sportwagen für 21.000 Mark.

In Jever kaufte er das Hotel “Zur Börse” für 100.000 Mark. 100 Tage soll eine Feier in seinem Hotel gedauert haben. An die Tür hing Knoblauch währendessen ein Schild: “Wegen Reichtum geschlossen”. Nach dem dem Ehepaar die Konszession für den Betrieb des eigenen Hotels entzogen worden war, genoss der Lottogewinner sein Leben. Auf der Reeperbahn wurde er des öfteren gesehen. Eine Animierdame names Rita soll es ihm besonders angetan haben. Er gewann sogar noch einmal 300.000 Mark im Lotto. Doch seine Großzügigkeit und Verschwendungssucht führte zum einzig möglichen Ergebnis: Irgendwann war die Kohle futsch!

Das ehemalige Millionärs-Ehepaar musste sogar ins Obdachlosenasyl ziehen. Dann eröffneten sie einen Bürstenhandel mit dem sie über die Dörfer zogen. Mit diesem Job hatte sich Walter Knoblauch kurz vor dem Lottogewinn über Wasser gehalten. 1968 verkaufte der gescheiterte Lottomillionär die Rechte an seiner Lebensgeschichte an einen Filmproduzenten. Dafür bekam er 31.0000 Mark. Der selbst ernannte Lottokönig starb am 12. März 1995 verarmt im Alter von 84 Jahren.

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Kategorie: Gewinner-Geschichten, Kurioses, Lotto Lexikon von Katrin

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